Ich zitiere (jede Zeile aus einer anderen Schülerarbeit – alle Schüler sind in Berlin geboren und aufgewachsen):

In meiner Freizeit verbrenge ich mit meiner Familie oder Freunde gehe mit Freunde raus. Mein Wünch ist das ich als Friseurin oder als Erziehrin arbeiten.

Ich wünsche mir das ich Tischlehr werde und das ich das MSAabschluss schlafe.

Wegen privaten anlessen wekselte ich die Oberschule ich kam am 2008 in die XY-Oberschule. Mein Lieblingsfach ist Deutsch.

Mein besondere Kenntnisse sind, ich kann gut mit Pc umgehen. … Ich würde später gerne als Ingenier arbeiten.

Mein Vater ist gelehrter Kraftfahrer.

Hobbys viel Sport. Berufswunsch Koch.


Anruf einer Mutter beim Schulleiter mit der Aussage, dass ihre Tochter immer zu spät zur Schule käme, weil der Bus immer so voll sei und das Mädchen dann den Nachfolgebus nehmen müsse…

Normale Schüler

16. März 2009

Gestern war es lustig, heute eher frustig…

Bei 17 Schülern in der 8.Klasse beschäftigen mich und meine Kollegin derzeit folgende Nebensächlichkeiten – jenseits des Unterrichts:

Schüler 1: hatte heute Gerichtsverhandlung, Sitzung mit Jugendamt und Jugendgerichtshilfe, schlägt aus Spaß und schießt mit unsichtbarer MPi auf Mitschüler, Delikt außerhalb der Schule

Schüler 2: Telefonate und schriftliche Bitten um Familienhilfe beim Jugendamt und Psychosozialen Diensten, damit die Familie die Tochter im Sommer nicht wegen ihres nichtkonformen Verhaltens (sehr undezent geschmikt und körperbetont bekleidet, schläft und isst kaum…) in den Libanon “zurück”schickt

Schüler 3: Kontakt zu einer Lehrerin einer anderen Schule, die nach Beendigung des Wandertages von meiner Schülerin im Park auf arabisch als Schlampe und Schlimmeres beschimpft wurde, diese Schülerin hatte am Tag vorher die x-te Konferenz, wo sie Verhaltensbesserung gelobte …

Schüler 4: dito und seit Wochen erfolgloses Bemühen, die Eltern zum Gespräch in die Schule zu bekommen – ebendjener Schüler sagte am Mittwoch nach Bekanntwerden des Amoklaufes grinsend: “Schade, dass das nicht an unserer Schule passiert ist!” und später fragte er meine Kollegin, wieso wir alles noch schlimmer machen würden (indem wir immerzu seine Eltern einladen wollten), dadurch würde der Hass doch nur größer – er meinte den Hass auf Deutsche (er selber besitzt seit einem halben Jahr den deutschen Pass und bat, nachdem er festgestellt hatte, dass sein Name im Pass falsch geschrieben ist, die Schulsekretärin (!), dies doch mal schnell zu ändern…)

Schüler 5: permanenter Kontakt mit Familienhelferin und Mutter wegen laufenden Schwänzens oder Krankseins, Kontakt zum Amtsarzt

Schüler 6: Kontakt zu Therapeuten und Familienhelferin sowie Lehrerin, weil gerade als Gastschülerin woanders

und so weiter

Insgesamt werden von 17 Schülerinnen und Schülern nur fünf nicht besonders betreut oder auffällig, so dass sie im Moment von uns lediglich unterrichtet werden…

Wir freuen uns schon auf die Umwandlung der Hauptschule in die Sekundarschule, die gigantischste Sparmaßnahme des Berliner Senats seit Jahren, weil dann 27-29 Schüler in unserer Klasse sitzen werden…

Phantomschmerzen

15. März 2009

Neulich in der 8.Klasse:

Eine Schülerin sieht aus, als ob sie gleich niesen müsse. Die Lehrerin sagt: “Hatschi!”

Darauf die Schülerin (ernsthaft): “Nein, nein, ich hab Gehirnschmerzen…”

Einige Schüler grinsen in sich hinein.

Eine andere Schülerin dreht sich um und rät ihrer Mitschülerin: “Dann nimm doch ‘ne Gehirntablette!”

Ob das ein Scherz oder ein ernstgemeinter Tipp war, vermag ich nicht wirklich zu beurteilen.

Entschuldigungszettel

1. März 2009

Oh je, jetzt hab ich hier schon so lange pausiert und mir fällt gar keine Entschuldigung ein… vielleicht sollte ich mich von den Entschuldigungszetteln der Eltern meiner Schüler inspirieren lassen ?

Hier ein durchaus typisches Exemplar:

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