ich hatte den Panorama-Beitrag gesehen und fragte mich dann unweigerlich ob denn der Schnitt von 2 deutschen Schülern pro Klasse auf die gesamte Schule zutrifft oder ob es sich um eine E-Fall-Klasse handelt?
Beängstigend war der Bericht allemal!
Ja, beängstigend, aber wirklich meine tägliche Arbeitsrealität. Wir haben sehr wenige deutsche Schüler auf der Schule. Nicht mehr als zwei pro Klasse. In meiner 8. Klasse sind beispielsweise gar keine deutschstämmigen Schüler, wiewohl einige mit deutschem Pass, aber nichtdeutscher Herkunftssprache, was man auch sehr stark hört und liest, und bis auf zwei, drei Ausnahmen Deutschen gegenüber eher ablehnend eingestellt. Oft sind die Lehrer die einzigen intensiven Kontakte mit Deutschen, die diese Jugendlichen erleben. Und für uns als Lehrer ist es ehrlicherweise oft nicht leicht, tolerant zu bleiben, weil uns besonders auch von Seiten vieler Schülereltern offene Ablehnung entgegen gebracht wird. Wenn ich in Neukölln aus der U-Bahn steige, fühle ich mich oft selbst fremd in meiner Stadt.
da bekommt Herr Erdogan ja bald seine Vorderung nach türkischen Schulen auf deutschem Boden erfüllt. sehr traurig. Das ist eigentlich nicht Sinn und Zweck integrativer Politik gewesen, oder täusche ich mich?
ebenfalls beängstigend finde ich die Beiträge in diesem Blog im Hinblick auf meine eigene Zukunft als Lehrer.
Hier in Dresden ist diese Art der “Gethoisierung” (?) zwar längst nicht so fortgeschritten, aber wenn man aus behütetem ländlichem (Schul-)Umfeld in die Stadt wechselt, ist der Schock bereits groß. Um so erschütternder ist die Erkenntnis, dass es noch schlimmer geht!
Na ja integrative Politik kann ich zumindest in Berlin für die letzten Jahre nicht erkennen. Ich hab eher den Eindruck, dass sich die Politiker schön im Wegschauen profilieren. Integration heißt für mich einerseits Bedingungen zu schaffen, also Angebote zu machen, die Einleben und Anpassen ermöglichen, und andererseits aber auch Forderungen zu stellen, d.h. von Migranten zu fordern, dass sie innerhalb einer bestimmten Zeit die Sprache erwerben, sich mit kulturellen Selbstverständlichkeiten arrangieren u.ä. Da ich auch aus der Dresdner Gegend stamme, weiß ich, dass es tatsächlich dort noch keine Ghettoisierung wie in einigen Berliner Stadtbezirken gibt. Dennoch muss man sich eben mal fragen, wie die (schulische) Zukunft aussieht. Unwillige Schüler gab und gibt es immer, egal ob alteingesessen oder eingewandert, bildungsferne Familien gab es auch schon immer, aber die Ballung verhindert eben eine Durchmischung und beängstigend ist eben, dass Kinder und Jugendliche, die nur ihr eigenes Umfeld (500m – Umkreis) erleben, gar nicht wissen, dass es noch was anderes gibt…
Hallo,
ich hatte den Panorama-Beitrag gesehen und fragte mich dann unweigerlich ob denn der Schnitt von 2 deutschen Schülern pro Klasse auf die gesamte Schule zutrifft oder ob es sich um eine E-Fall-Klasse handelt?
Beängstigend war der Bericht allemal!
Ja, beängstigend, aber wirklich meine tägliche Arbeitsrealität. Wir haben sehr wenige deutsche Schüler auf der Schule. Nicht mehr als zwei pro Klasse. In meiner 8. Klasse sind beispielsweise gar keine deutschstämmigen Schüler, wiewohl einige mit deutschem Pass, aber nichtdeutscher Herkunftssprache, was man auch sehr stark hört und liest, und bis auf zwei, drei Ausnahmen Deutschen gegenüber eher ablehnend eingestellt. Oft sind die Lehrer die einzigen intensiven Kontakte mit Deutschen, die diese Jugendlichen erleben. Und für uns als Lehrer ist es ehrlicherweise oft nicht leicht, tolerant zu bleiben, weil uns besonders auch von Seiten vieler Schülereltern offene Ablehnung entgegen gebracht wird. Wenn ich in Neukölln aus der U-Bahn steige, fühle ich mich oft selbst fremd in meiner Stadt.
da bekommt Herr Erdogan ja bald seine Vorderung nach türkischen Schulen auf deutschem Boden erfüllt. sehr traurig. Das ist eigentlich nicht Sinn und Zweck integrativer Politik gewesen, oder täusche ich mich?
ebenfalls beängstigend finde ich die Beiträge in diesem Blog im Hinblick auf meine eigene Zukunft als Lehrer.
Hier in Dresden ist diese Art der “Gethoisierung” (?) zwar längst nicht so fortgeschritten, aber wenn man aus behütetem ländlichem (Schul-)Umfeld in die Stadt wechselt, ist der Schock bereits groß. Um so erschütternder ist die Erkenntnis, dass es noch schlimmer geht!
Na ja integrative Politik kann ich zumindest in Berlin für die letzten Jahre nicht erkennen. Ich hab eher den Eindruck, dass sich die Politiker schön im Wegschauen profilieren. Integration heißt für mich einerseits Bedingungen zu schaffen, also Angebote zu machen, die Einleben und Anpassen ermöglichen, und andererseits aber auch Forderungen zu stellen, d.h. von Migranten zu fordern, dass sie innerhalb einer bestimmten Zeit die Sprache erwerben, sich mit kulturellen Selbstverständlichkeiten arrangieren u.ä. Da ich auch aus der Dresdner Gegend stamme, weiß ich, dass es tatsächlich dort noch keine Ghettoisierung wie in einigen Berliner Stadtbezirken gibt. Dennoch muss man sich eben mal fragen, wie die (schulische) Zukunft aussieht. Unwillige Schüler gab und gibt es immer, egal ob alteingesessen oder eingewandert, bildungsferne Familien gab es auch schon immer, aber die Ballung verhindert eben eine Durchmischung und beängstigend ist eben, dass Kinder und Jugendliche, die nur ihr eigenes Umfeld (500m – Umkreis) erleben, gar nicht wissen, dass es noch was anderes gibt…