Die Berliner Hauptschule ist ein sterbendes und bald schon entsorgtes Relikt der Geschichte. Nun wird alles gut: Die neugeschaffende Sekundarschule läuft mit dem 7. Jahrgang im laufenden Schuljahr an, alle anderen Schulformen – bis auf das Gymnasium – gehen in ihr auf, was in meinem konkreten Fall bedeutet, dass zwei zusammenzulegende Schulstandorte (Entfernung: knapp 3km) unter der Leitung des ehemaligen Realschuldirektors, der drei Tage an der einen und zwei Tage an der anderen Schule residiert, seit dem letzten Sommer fusionieren. Im ehemaligen Realschulgebäude werden die neuen 7. Sekundarschulklassen und die auslaufenden 8., 9. und 10. Realschulklassen beschult und im ehemaligen Hauptschulgebäude verläuft die Resteverwaltung der Hauptschulklassen 8, 9 und 10 zuzüglich aller strafversetzten Ex-Realschüler, da nun das Verfahren der Umsetzung durch die Zusammengehörigkeit der beiden Schulen ganz unbürokratisch und flugs über die Bühne gehen kann. Ein Teil des ehemaligen Hauptschulkollegiums wurde schon in die Realschule versetzt. In der Ex-Hauptschule ist die Stimmung entsprechend wie auf einem alten Kahn, der seinen letzten Fischfang machen soll und fast auseinander fällt, was sich natürlich “überhaupt nicht” auf die Schüler, die eh schon schwierig sind, auswirkt. Von Lernatmosphäre keine Spur, es ist ein K(r)ampf ums Überleben auf allen Seiten. Das alte Kollegium fällt auseinander, kein Mensch interessiert sich mehr für diese Schule samt Insassen und es ist unglaublich schwer, sich selbst, geschweige denn die verbliebenen Schüler zu motivieren. Aus diesem Grund habe ich so lange keine Einträge mehr vorgenommen, mir fehlten schlichtweg die Worte und Jammern ist ja auch nicht hilfreich. Irgendwann geht es ja auch wieder geordneter zu, wenn dann tatsächlich nur noch Sekundarschulen existieren, es sei denn, die Berliner Regierung wechselt und beschließt die nächste Schulreform, da kann man sich nicht wirklich sicher sein…

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